Historie der Freiwilligen Feuerwehr Ströbeck

Das Feuerlöschwesen vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Schachdorf Ströbeck

Für sämtliche Städte und Orte des Fürstentums Halberstadt wurde im Jahre 1722 die „Feuer-Ordnung im Fürstentum Halberstadt“ erlassen. Diese Ordnung zerfiel in drei Teile, der erste handelte „von der Abschaffung dessen, was zu schädlich Feuers-Brünsten Anlaß geben könnte“ hier handelte es sich um die Besichtigung der Feuerstellen, ihre Anlage und die Beseitigung der etwa vorhandenen Missstände, ferner um Anordnungen für alle Feuerarbeiter sowie um Handwerke, die mit leicht brennbarem Material zu tun haben. Weiter um die Anlage und Reinigung der Schornsteine, um die bauliche Beschaffenheit der Darren, Brauereien und Branntweinbrennereien, um das Lagern von Heu, Stroh und Flachs auf den Hausböden, um das Ausschütten der Asche usw. Nachdrücklich wurde auf die Beseitigung der Stroh-, Rohr- und Schindeldächer gedrungen. Ferner wurden Bestimmungen getroffen über die Erbauung von Scheunen, über das Schießen, über die Brunnen und Wasserbehälter, Eimer und Handspritzen, Leitern und Haken, über die Verwahrung der Feuerspritzen und über den Dienst der Feuerwächter auf den Türmen.
Der zweite Teil gibt Anordnungen „wie man sich bei entstehender Feuersbrunst zu verhalten“ und bezeichnet im Einzelnen die Pflichten der Nachtwächter, jedes Hauswirts, der Nachbarn, der Bürgermeister und Feuerherren, der Schützengesellschaften, der Kirchenvorsteher, der Handwerksmeister und Gesellen.

Der dritte Teil bestimmt, „Was nach gelöschtem Feuer zu beachten“ und gibt nähere Anweisungen über die Wache an der Brandstätte und deren Ablösung, über die Aufbewahrung der Feuerlöschgerätschaften, über das beim Brand gestohlene Gut, über die Pflege der etwa verletzten Bürger und über die Belohnung derer, die sich beim Löschen eines Brandes besonders ausgezeichnet hatten.
Trotz einzelner Anpassungen blieb diese Feuerordnung bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts die bestimmende Grundlage für die Organisation des Feuerlöschwesens. Jeder Ort hatte Feuerspritzen vorzuhalten. Für jede Feuerspritze wurde ein Spritzenmeister verpflichtet. Meist waren die Spritzenmeister zweckmäßigerweise Schmiede oder andere artverwandte Berufe. Waren sie in diese Funktion verpflichtet, so unterlagen sie harten Vorschriften:

Die Ströbecker besaßen um 1800 offensichtlich zwei Feuerspritzen – eine fahrbare Landspritze und eine einfache Kastenspritze. Sie waren in einem Spritzenhause untergebracht. Auf das Vorhandensein einer fahrbaren Landspritze weisen in den Haushaltsbüchern nachgewiesene Reparaturkosten für Zugstricke und ein Schloss an der Spritze hin: 

1830  
Für den Spritzenschmied 1 Thaler
Für Schmiedearbeit an der Feuerspritze 18 Groschen
1832  
Für Wagen und Spritzenschmied 1 Thaler
Für Zugstricke an der Feuerspritze 10 Groschen
Für ein Schloss an der Feuerspritze 10 Groschen
1833
 
Zimmererarbeit am Spritzenhaus 2 Thaler

 

Auch über Land zur gegenseitigen Hilfe waren die Ströbecker Spritzenmänner im Einsatz. Besonders dankbare Hilfe wurde den Wernigerödern zuteil. So auch zu jener Zeit:
Es war der 7. Juni 1819. Die Warte bei Sargstedt ist seit längerem schon besetzt, denn es herrscht Dürre und damit große Brandgefahr. An diesem Tage aber zieht ein schweres Gewitter auf, der langersehnte Regen kommt. Eigentlich für die Landwirtschaft ein glückliches Ereignis. Aber dann! Die Gewitter nahmen zu und wurden immer bedrohlicher.
Plötzlich, gegen 4 Uhr Nachmittags, ein Einschlag in Richtung Wernigerode. Kurz darauf sah man Rauch aufsteigen. Die Sargstädter informierten auch den Bürgermeister in Ströbeck, der dann den Einsatz einer Spritze zum Löscheinsatz nach Wernigerode anordnete. Dieser Brand hat in Wernigerode 3 Wohnhäuser und 14 Hintergebäude vernichtet.
Eine große Feuersbrunst suchte Wernigerode am 28. März 1847 heim. Ausgebrochen in einer Bäckerei in den frühen Morgenstunden erfasste das Feuer schnell 403 Häuser, ein Drittel der Wernigeröder wurde obdachlos. Unter den herbeigeilten Spritzenmannschaften war auch diesmal wieder die Spritze aus Ströbeck. Der Einsatz dauerte zwei Tage. Insgesamt waren 61 Spritzen im Einsatz.
Mitte des 19. Jahrhunderts war das spritzenbezogene Feuerlöschwesen überholt. Es wurde seinen Anforderungen in dieser Zeit nicht mehr gerecht. Der 1853 gegründete Deutsche Feuerwehrverband erhob immer stärker die Forderung nach einer militärisch geführten uniformierten freiwilligen Feuerwehr. Besonders die koordinierte Führung bei Einsätzen stellte sich als eines der schwächsten Glieder heraus.

So aus einer Eingabe eines Bürgers an die Stadt Wernigerode nach dem Brand vom 14.09.1863.

Am 27. Juni 1869 fand in Wernigerode ein Feuerwehrtag statt, auf dem die Gründung eines Feuerwehr-Verbandes zwischen Harz und Altmark beschlossen wurde. Aus diesem Anlass schrieb Maurermeister Mertens aus Derenburg in der Halberstädter Zeitung und Intelligenzblatt:

Besser kann man die Notwendigkeit der Bildung von militärisch geführten freiwilligen Feuerwehren nicht darlegen. In Ströbeck sollte es jedoch noch einige Jahre dauern, bis auch hier eine freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Besonders der Harz-Altmärker Feuerwehr-Verband hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Bildung der freiwilligen Feuerwehren voranzutreiben. Im Bericht des III. Verbandstages des Feuerwehr-Verbandes der Provinz Sachsen am 1. September 1890 zu Schönebeck heißt es dazu:

Ein Grund der zögerlichen Bildung freiwilliger Feuerwehren auf dem platten Lande liegt in den zusätzlichen Kosten für Uniformen, Einsatzvergütung und Versicherung. Dennoch zeichnete sich ab, dass keine Gemeinde sich dieser Entwicklung entziehen konnte. Besonders und persönlich setzte sich "Der königliche Landrath" des Kreises Halberstadt, Stegemann, für die Bildung der freiwilligen Feuerwehren ein. Auf der Grundlage der „Polizeiverordnung betreffend die Feuerpolizei und das Feuerlöschwesen auf dem platten Lande des Regierungsbezirkes Magdeburg“ vom 01.12.1894 stellte er konkrete Forderungen an die Amts- und Ortsvorsteher und setzte sie mit Nachdruck durch.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr im Schachdorf Ströbeck

Bereits am 29. Mai 1894 versammelten sich dann 22 Ströbecker Bürger im Lokal des Gastwirts Söllig um die Freiwillige Feuerwehr Ströbeck zu gründen.
Die Freiwilligen Feuerwehren der damaligen Zeit wurden auf der Grundlage des Vereinsrechts gegründet. Sie wurden in das Vereinsregister eingetragen. Ihre Führer und Vorstände wurden auf Mitgliederversammlungen gewählt. Der Führer der Freiwilligen Feuerwehr wurde zum Ortsbrandmeister ernannt und durch die Königliche Regierung des Regierungsbezirkes Magdeburg bestätigt. Erster Führer der Freiwilligen Feuerwehr Ströbeck und damit Ortsbrandmeister wurde Otto Lehmann, sein Stellvertreter Richard Bruns.

Nachdem in allen Gemeinden freiwillige Feuerwehren gebildet wurden, wurde der Landkreis in Feuerwehrbezirke eingeteilt. Ströbeck gehörte zum II. Feuerwehrbezirk gemeinsam mit den Gemeinden Langenstein, Danstedt, Sargstedt, Aspenstedt und Athenstedt sowie den Gutsbezirken Langenstein, Regenstein und Mahndorf. Der II. Feuerwehrbezirk stand unter der Führung des Bezirks-Brandmeisters Karl Sievers II jun. aus Sargstedt.
Die freiwillige Feuerwehr übernahm die zwei Spritzen und diverse Einreißhaken, Schläuche und weiteres Gerät. Die Uniformen wurden von den Kameraden, die es sich leisten konnten selbst bezahlt. Mitglied der Feuerwehr zu sein war ein Privileg der Mittelschicht. So erklärt es sich, dass die neue Wehr überwiegend aus den Großbauern, Handwerksmeistern usw. bestand. Ihre Aufgabe war die Bedienung der Spritzen und die Führung der Löscharbeiten. Nach wie vor waren alle männlichen Bewohner der Gemeinde verpflichtet, bei einem Brande sich zur Verfügung zu stellen.
Eine erste Bewährungsprobe hatte die Wehr schon 1898 beim Brand des Ledderbohmschen Hofes zu bestehen. Auf der Generalversammlung am 30.10.1898 wurden an die Mitglieder der Wehr, die sich bei den Löscharbeiten besonders hervorgetan haben, aus der Gemeindekasse bewilligte Gelder ausgezahlt.
Von Anfang an wussten die Kameraden das Vereinsleben richtig zu pflegen und zu feiern. So wurde auf jeder Generalversammlung ein Beschluss gefasst, wann und wo das Jahresvergnügen der Wehr stattfindet. Im Jahre 1898 z.B. wurde es am Silvesterabend durchgeführt. Auch die Übungen der Wehr wurden auf der Generalversammlung beschlossen.
Offensichtlich bedurfte es auch schon zu jener Zeit großer Mühe, alle Kameraden zu den Übungstagen zusammenzubringen. So beschlossen die Kameraden auf ihrer Hauptversammlung am 10. November 1912 unter anderem:

„Zuletzt wurde noch einstimmig ein Beschluss herbeigeführt, dahingehend, daß die Mitglieder durch den Boten mit Zirkular zu den Übungen geladen werden. Durch Namensunterschrift gibt ein jeder zu erkennen, dasß er in Kenntnis gesetzt wurden ist. Sollte nun jemand durch triftigen Grund verhindert sein, so kann dies gleich dem Boten mitgeteilt werden. Unentschuldigtes Fehlen soll jedoch mit einer Geldstrafe von 0,50 M geahndet werden. Auf Alarmübungen kann jedoch vorstehender Beschluss keine Anwendung finden."

Auf dieser Hauptversammlung wurden wiederum Gelder an Kameraden ausgezahlt, die zurückliegend im Einsatz waren. So war in den ersten Monaten des Jahres 1914 die Ströbecker Feuerwehr zu Löscheinsätzen in Mahndorf und Danstedt. Es wurden 70 Mark an 40 Kameraden ausgezahlt.
Eine weitere Generalversammlung fand am 22. November 1914 statt. Der Ortsbrandmeister Voigtländer war zum Heeresdienst einberufen worden. Man gedachte der Kameraden der Wehr, die im Kriege waren und sah von der Neuwahl der Spritzenführer ab. Insgesamt waren 29 Mitglieder der Wehr zum Kriegsdienst eingezogen. Die Kameraden beschlossen, für jeden 2 Mark aus der Wehrkasse zu bewilligen und ihnen zu Weihnachten ein Päckchen zukommen zulassen.

Die Einsatzbereitschaft der Wehr konnte in dieser Zeit nur durch die Einbeziehung von Kriegsdienstverpflichteten, älteren Bürgern und Arbeitern und Knechten, die sonst nicht den Zugang zur Feuerwehr hatten, aufrechterhalten werden. Die Feuerwehrvereinsarbeit ruhte in den folgenden Kriegsjahren. Es wurde nur noch das nötigste getan. Erst am 06. März 1919 fand wieder eine Hauptversammlung statt. Der Ortsbrandmeister O. Voigtländer gedachte nach Eröffnung der Versammlung der gefallenen Kameraden und forderte die Versammlung auf, das Andenken der gefallenen Kameraden durch erheben von den Plätzen zu ehren. Die anwesenden Kameraden bekannten sich dazu, nach den alten Statuten gemeinsam wieder in der Feuerwehr zu arbeiteten und verpflichteten sich für 3 Jahre.
Die Wehr stand nun vor der Aufgabe, neue Mitglieder zu gewinnen um die alte Stärke wieder zu erreichen, notwendige Reparaturen an Technik und Gerätehaus durchzuführen und sich neu aufzustellen. Die aus den Jahren 1916, 1917 und 1918 noch ausstehenden üblichen Zuwendungen in jeweiliger Höhe von 100,00 Mark waren da eine kleine Hilfe. Für die 25-jahr Feier des Bestehens der freiwilligen Feuerwehr in diesem Jahr blieb auch noch ein kleiner Betrag über.
Aus dem Protokollbuch:

„Ströbeck, den 16. Mai 1919
Am heutigen Abende hatten sich auf Einladung hin die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr zu einer Übung eingefunden, der ersten nach 4,5 jähriger Unterbrechung durch den Weltkrieg. Die Löschapparate waren sämtlich noch in Ordnung und gebrauchsfähig. Nach der Übung fand eine Nacherzählung statt, in der die neu eingetretenen Mitglieder Otto Römmer und Hermann Krosch vom Ortsbrandmeister Herrn Voigländer, herzlich willkommen gehieszen wurden. In Bezug auf das diesjährige Stiftungsfest machte der Ortsbrandmeister den Vorschlag, mit der Feier des 25 -jährigen Bestehens bis in den Spätherbst beziehungsweise nächsten Winter zu warten mit Rücksicht auf die trüben und unsäglich schweren Zeiten. Dem gemachten Vorschlag wurde allseitig zugestimmt.

Wenn Übungen durchgeführt wurden, so war es üblich, dass im Anschluss noch eine Versammlung stattfand. So wurde in einer solchen Versammlung am 25. Januar 1920 über die Vergütung bei Löscheinsätzen in fremden Orten beraten und beschlossen, dass:

„an alle Mannschaften, die an den Löscharbeiten in fremden Orten beteiligt sind, pro Monat 1,50 M zu zahlen sind. Bei Bränden im Ort sind gleichfalls 1,50 M an die Mannschaften der Brandwache zu entrichten."

 

Das 25-jährige Stiftungsfest und Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes

Am 29. Februar 1920 fand dann das 25-jährige Stiftungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Ströbeck statt. Zu seiner Vorbereitung wurde ein Festkomitee berufen.
Im gleichen Jahr trat der stellvertretende Ortsbrandmeister Wilhelm Söllig, der die Wehr vor 26 Jahren mitgegründet hat, aus Altersgründen zurück. Auf Initiative der Osterwiecker Feuerwehrkameraden wurde vom 11. Bis 13. September 1920 ein Kreisfeuerwehrfest durchgeführt und der Kreisfeuerwehrverband gegründet. Nachdem in der Ströbecker Feuerwehr die vorbereiteten Statuten besprochen wurden und Zustimmung erhielten, nahmen 10 Kameraden der Wehr an der Gründungsfeier in Osterwiek teil.
Nach Einschätzung des Ortsbrandmeisters mit Blick auf das Jahr 1923 war es ein sehr arbeitsreiches, in dem die Wehr stark gefordert war. Sie richteten einen Delegierten Tag aus und waren in Mahndorf zum Brandeinsatz. Die Landes-Feuersozietät hat der Wehr 25.000 Mark als Prämie für die erste auswertige Spritze am Brandherd gezahlt. Ferner erhielten sie Dankschreiben der Gutsverwaltung Mahndorf. Als Mitgliedsbeitrag an den Kreisfeuerwehrverband sind 0,50 Mark pro Mitglied und Jahr zu zahlen. Darin inbegriffen sind der Eintritt zum Verbandsfest und Delegiertentage. Der Betrag wird von der Gemeinde bezahlt.
Im Jahr 1924 wurde Ströbeck von gewaltigen Wassermassen überflutet.

Auf dem Bild ist eine der beiden Spritzen der Freiwilligen Feuerwehr zu sehen.
Das Jahr 1926 war für die Feuerwehr Ströbeck ein besonderes. Vom 15. Bis 17. Mai fand das 7. Kreisfeuerwehr-Verbandsfest und gleichzeitig nachträglich das Fest zum 30-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr statt.
Weiterhin wurde 1926 eine Motorspritze angeschafft und damit die Schlagkraft der Wehr erheblich erhöht.
Der Ortsbrandmeister vermerkt im Protokoll am 20. Dezember 1926:

„Die Wehr ist im verflossenen Jahr zweimal in Tätigkeit getreten und zwar am 12. und 13. September und jedes mal in unserer Nachbargemeinde Danstedt. Die Kameraden waren schnellstens zur Stelle, so dass wir nachmittags als erste auswärtige Spritze am Brandherde waren und die Prämie der Landes-Feuersozietät erhielten."

Der in der Generalversammlung anwesende Kreisbrandmeister ermahnte, dass durch den nicht zu unterschätzenden Fortschritt die alten Geräte nicht zu vergessen seien. Die Anschaffung der Motorspritze zog strukturelle Veränderungen nach sich. Die Wehr wurde in 3 Züge aufgeteilt. Es mussten ausreichend Kameraden mit der Bedienung der Motorspritze vertraut gemacht werden.

„Außer den beiden Maschinisten, Kamerad Karl Hesse und Hermann Molter wurden die Kameraden G. Willke, Walter Söchting, Willy Becker und Otto Eicke bestimmt. Für die Bedienung des Verteilers wurden die Kameraden Otto Moger und Otto Bruns bestimmt. Es wurde weiter bekannt gegeben, daß die Einteilung der Züge die alte bleibt, und abweichend soll die erste Spritze und 1 Zug den Schlauchwagen bedienen."

Im Jahr 1927 ist die Wehr dreimal zu Übungen und einmal zum Brand ausgerückt. In den Jahresversammlungen der zurückliegenden Jahre und auch in diesem Jahr wurde immer wieder die Beschaffung von Uniformen für die Kameraden als Bitte an den Gemeindevorstand gerichtet. Zunehmend dringender werden Forderungen zur Instandhaltung und Beschaffung der Technik erhoben. So entsprach der Schlauchwagen nicht mehr den Anforderungen eines zügigen und sicheren Transports. Die Zugvorrichtungen mussten erneuert werden.
Aus den Erfahrungen des Jahres 1924 und im Zusammenhang mit dem Bau der Zillierbachtalsperre standen im Jahr 1929 Vorbereitungen zum Hochwasserschutz verstärkt im Mittelpunkt der Ausbildung der Feuerwehr.

Aus dem Protokoll der Wehr vom 04. Juni 1929:
„Heute Abend gegen 8 Uhr wurde die Wehr alarmiert. Es erfolgte eine Besichtigung durch den Vertreter des Landrats, dem Kreisbranddirektor, dem Amtsvorsteher und Gemeindevorsteher.
Die erste Spritze gab 10 Minuten nach dem Alarm Wasser, die Motorspritze 7 Minuten später, da erst 350 Meter Schlauch auszulegen waren. Die Geräte arbeiteten gut. Nach Beendigung der Übung fand eine Dienstversammlung im Gasthof zum Schachspiel statt. Nach Begrüßung durch den Ortsbrandmeister überreichte der Regierungsassessor Kerbe den Feuerwehrleuten …. der vom Herrn Minister des Inneren verliehenen Erinnerungszeichen für Verdienste um das Feuerlöschwesen. Er sprach in warmen Worten den Dank und die Anerkennung der Kreis- Polizei und Gemeindeverwaltung aus und brachte auf die Ausgezeichneten ein dreifaches "Gut Wehr" aus! Der Ortsbrandmeister überreichte daraufhin die Litzen für 35-jährige, 30-jährige, …, 10-jährige Dienstzeit. Der Kreisbrandmeister überbrachte die Glückwünsche des Kreisverbandes und sprach die Hoffnung aus, dass sich die Jubilare noch recht lange in den Dienst der Allgemeinheit stellen mögen und ermahnte die Jüngeren den Alten nachzueifern. In der Ströbecker Wehr sei der alte Geist noch vorhanden und die Kameraden haben jederzeit, wenn der Ruf um Hilfe kam, sei es bei Feuer- oder Hochwassergefahr, treu ihre Pflicht erfüllt. Nachdem der Ortsbrandmeister seine Glückwünsche ausgesprochen hatte, ging man zu dem gemütlichen Teil der Verhandlung über.“

Zum Abschluss des Jahres 1929 zogen die Kameraden Bilanz:
3 mal zum Löscheinsatz nach Derenburg, Aspenstedt und Danstedt
4 Übungen

„Verhandelt: Ströbeck, den 25 .Oktober 1930.
Heute Abend gegen 8 Uhr wurden die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr durch Alarm zu einer Übung zusammengerufen. Nachdem die Geräte probiert waren, versammelten sich die Kameraden im Vereinslokal zur diesjährigen Generalversammlung. ….. Der gemütliche Teil, der sich wie üblich anschloß, zog sich diesmal ausnahmsweise in die Länge. Es wurde außer dem Bier auch Tee zum Löschen des Durstes verwandt. Dieser Tee war ausgehend für den besonderen Zweck des "Löschens" gebraut; denn man sprach am anderen Tage davon, daß verschiedene Kameraden erheblich unter den Folgen des Tees zu leiden hatten.“

Das alte Gerätehaus am Schachspiel mit Schlauchturm (links im Bild) in den 20er Jahren.
Das alte Gerätehaus am Schachspiel (in der Bildmitte) 1931, ohne Schlauchturm

In den 30-ziger Jahren vollzog sich eine gravierende Umstrukturierung der Feuerwehren. Waren sie bisher nach den Grundsätzen des Vereinsrechts organisiert so vollzog sich eine Wandlung hin zu mehr Verstaatlichung. Von dem Einfluss der 1933 an die Macht gekommenen Nationalsozialisten blieb die Freiwillige Feuerwehr nicht verschont. So wurde auf der Versammlung der Wehr im April 1933 bekanntgegeben, dass sich die Feuerwehr gemäß der Anordnung des Provizial-Feuerwehr-Verbandes an nationalen Kundgebungen zu beteiligen habe. Die Teilnahme zum 1. Mai wurde festgelegt und die Kameraden hatten in Uniform zu erscheinen.
Ab 1934, dem 40. Jahr des Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Ströbeck, wurde eine neue Mustersatzung zur Grundlage ihrer Tätigkeit. Mit Eintrag vom 26. Februar 1934 im Vereinsregister löste sie die bisherige ab. Fortan wurden die Führer der Wehr und die Mitglieder des Führungsrates nicht mehr gewählt, sondern vom Provinzialfeuerwehrführer ernannt. Die Freiwillige Feuerwehr Ströbeck bildet künftig den 1. Löschzug der freiwilligen Feuerwehr des Amtsbezirkes Ströbeck. Die Generalversammlung vom 26.Februar 1934, auf der die Neuregelungen bekanntgegeben wurden, sollte dann auch bis 1949 die letzte Eintragung im Protokollbuch der Feuerwehr Ströbeck sein.
Die Gemeinde Ströbeck hat 1934 die Gerätschaften der Freiwilligen Feuerwehr bei der Land-Feuersozität der Provinz Sachsen versichern lassen. Danach verfügte die Wehr über:

1 Motorspritze mit Wagen, Fabrikat Flader-Motor M8
Neuwert 1926 4000,00 RM
2 Handdruckspritzen
500 lfdm. Schlauch (52 mm)
15 m Saugschlauch
1 Schlauchwagen
50 Feuerwehrhelme, 4 Gasmasken
Feuerleitern und weiteres Rüstzeug

Die stärkere Ausrichtung der Feuerwehr auf den Katastrophen- und Luftschutz

Die Feuerwehren unterstanden der Ortspolizeibehörde und wurden mehr und mehr in den Katastrophen- und Luftschutz integriert. Das betraf sowohl die Führungsstrukuren, Art der Ausrüstung und deren Beschaffung. Insbesondere in der 2. Hälfte der 30ziger Jahre wurden die Feuerwehren in die Kriegsvorbereitungen einbezogen.
Im Sommer 1937 verfügte der Regierungspräsident in Magdeburg die Landkreise auf, sich stärker um die Vorbereitung und Bekämpfung von Katastrophen einzustellen. Danach sollten Verzeichnisse „über sämtliche Hilfskräfte an Menschen und Material“ im Umkreis von 20 km aufgestellt werden. Diese Listen erhielt dann jede Gemeinde. Zum Bereich Ströbeck gehörten zur 20-km-Zone die Orte Wernigerode, Minsleben, Sargstedt, Athenstedt, Mahndorf, Langenstein, Zilly, Langeln, Silstedt, Aspenstedt, Danstedt, Derenburg, Dardesheim, Heuderber, Minsleben und Reddeber. Diese Ortschaften gehörten zum Landkreis Wernigerode. Halberstadt als Kreisfreie Stadt erhielt diese Auflistungen zur Information. „Zunächst kommen dabei die Polizeikräfte, dann die Feuerwehr, danach die techische Hilfe (deren Aufgabe die technische Anleitung ist), ferner der Reichsarbeitsdienst, die Formationen der NSDAP und schließlich die Wehrmacht.“
Am 23. November 1938 wurde ein neues „Gesetz über das Feuerlöschwesen“ erlassen. In der Präambel wird das Ziel dieses Gesetzes deutlich:

„Die wachsende Bedeutung des Feuerlöschwesens vor allem für den Luftschutz erfordert, daß schon seine friedensmäßige Organisation hierauf abgestellt wird. Hierzu ist nötig die Schaffung einer straff organisierten, vom Führerprinzip geleiteten reichseinheitlich gestalteten, von geschulten Kräften geführten Polizeitruppe (Hilfspolizeitruppe) unter staatlicher Aufsicht.“

Mit diesem Gesetz werden die Berufsfeuerwehren zur Feuerschutzpolizei und die Freiwilligen Feuerwehren zur Hilfspolizeitruppe, behalten aber ihre Bezeichnung weiter. Die Feuerwehrverbände werden aufgelöst. Die Freiwillige Feuerwehr Ströbeck hat mit Eintragung vom 24.10.1939 beim Amtsgericht Halberstadt ihren Verein abgemeldet. Die Unterstellung der Feuerwehren unter den Reichsminister des Inneren hat auch rechtliche Konsequenzen. Fortan sind die Feuerwehrleute auch der SS- und Polizeigerichtsbarkeit unterstellt. Sie waren aufgefordert, eine entsprechende Erklärung abzugeben.

„Die umstehend aufgeführten Angehörigen der Feuerwehr erklären durch ihre Unterschrift, darüber belehrt worden zu sein, dass sie der SS- und Polizeigerichtsbarkeit unterliegen, dass alle Straftaten, die im Feuerwehrdienst, in Bezug auf den Feuerwehrdienst oder in Uniform von ihnen begangen werden unter die Sondergerichtsbarkeit der SS- und Polizeigerichte fallen. Sie erklären weiter, darüber belehrt worden zu sein, dass sie damit den militärischen Strafgesetzen unterliegen und somit auch unerlaubte Entfernung, Beleidigung eines Vorgesetzten, Ungehorsam, Gehorsamsverweigerung, Widersetzung, Erregung von Mißvergnügen, Untergrabung der Manneszucht usw. strafrechtlich geahndet werden können.“

Diese Vorschrift fand auch Anwendung auf die Notdienstverpflichteten und Ergänzungskräfte in der Feuerwehr. Damit einhergehend wurde die Dienstorganisation verschärft. Fehlende unentschuldigte Teilnahme am Dienst wurde unter Strafe gestellt und geahndet. Freistellungen nur mit ärztlichem Attest. Dienstplanung und Teilnahme wurde an die vorgesetzte Dienststelle gemeldet.
Hier ein Beispiel:

Die Sicherung der Einsatzbereitschaft in den Kriegsjahren war offensichtlich die schwierigste Aufgabe und Herausforderung. Das betraf sowohl die personelle als auch die materielle Seite.
Am 03.Januar 1939 wurde in einem Erlass des Landrats nochmals darauf verwiesen:

„Die Feuerwehr muß ständig so ergänzt werden, daß sie im Mob.-Fall – beim Abgang ihrer wehrpflichtigen Mitglieder – voll einsatzfähig bleibt, d.h. Jugendliche ausbilden und auf frühere, nicht mehr wehrpflichtige Feuerwehrmänner zurückgreifen. Ich erwarte, daß diese Organisation durchgeführt ist.“

Und weiter wird festgelegt, dass Freistellungen vom aktiven Wehrdienst nur in absoluten Ausnahmefällen erfolgen könne.

„….haben die Luftschutzorte III. Ordnung Freigabeanträge nur zu stellen, wenn es sich um einzelne Feuerwehrführer handelt, für die beim besten Willen kein Ersatz vorhanden ist.“

Der Amtsvorsteher von Ströbeck hat für zwei Mitglieder der Wehr diese Anträge gestellt.
Ein weiteres Problem war die Verhinderung von überlagerten Aufgaben und Mehrfachmitgliedschaften.
So schreib der Leiter der Landelektrzität GmbH Derenburg an den Führer der Freiwilligen Feuerwehr Ströbeck:

„…. Wir machen darauf aufmerksam, dass Herr S. seit dem 1. Dezember 1940 für die Einsatzgruppe unseres Werkluftschutzes … verpflichtet wurde. …. Selbstverständlich haben wir nichts dagegen, dass Herr V. im Sinne der Dorfgemeinschaft mit tätig ist, wir bitten Sie jedoch, in den Fällen, wo Herr S. von uns angefordert wird, diesen bei evtl. sich überschneidenden Einsätzen im Sinne der öffentlichen Energieversorgung sofort freizugeben.“

Ebenso wichtig und schwierig wie die personelle Sicherstellung war natürlich auch die Bereitstellung der Spritzen, des Schlauchmaterials, des Kraftstoffs und der Geräte.


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In den Kriegsjahren gab es sowohl eine straff organisierte Aus- und Weiterbildung in der Wehr selbst als auch auf zentraler kreislicher Ebene. So waren z.B. am 26.September 1941 die freiwillige Feuerwehr Ströbeck mit 53 Feuerwehrleuten in Wernigerode zur Ausbildung. Weitere Schulungen und Ausbildungsmaßnahmen in Wernigerode fanden am 02.08.1942, am 16.09.1943, 28.01.1944, in Derenburg zusätzlich eine zentrale Ausbildung im September 1944 statt.

Die zunehmenden Einsätze zur Bekämpfung von Bränden infolge von Luftangriffen, so u.a. in Derenburg bei dem die Ströbecker Wehr eingesetzt war, stellten höchste Ansprüche an den Einsatzwillen der Kameraden. Um dieser besonderen Belastung auch psychischen Belastung zu entsprechen, gab es eine Sonderversorgung der Einsatzkräfte.

Mit Zuordnung der Feuerwehren zur Polizei als Polizeihilfstruppe wurde die Feuerwehr auch in die Feierlichkeiten der Polizei einbezogen. Ein Höhepunkt war der Tag der Deutschen Polizei. Zu diesem Anlass sammelten die 50 Kameraden der Ströbecker Wehr im Jahre 1943 430,000 RM.
1942 verfügte die Freiwillige Feuerwehr über 2 Handdruckspritzen und 1 Tragkraftspritze auf TSA. Die Technik war überaltert und entsprach nicht mehr den Anforderungen. Die Wehrführung befasste sich mit Recherchen über mögliche Erneuerung dieser ehrwürdigen Veteranen. Um neue Technik zu erhalten bedurfte es einer Kennziffer für Beschaffung. Sie wurde zwar beantragt aber nicht mehr erteilt.
Die Feuerwehrfahrzeuge und Technik wurden seit 1938 in grüner Farbe ausgeliefert.
Ströbeck blieb von Luftangriffen und anderen kriegsbedingten Zerstörungen weitestgehend verschont. Die Freiwillige Feuerwehr war überwiegend zu Löscheinsätzen in benachbarten Orten in Tätigkeit getreten.
Mit Ende des zweiten Weltkrieges und der damit verbundene Zusammenbruch des Deutschen Reiches muste auch die Freiwillige Feuerwehr neu aufgestellt werden. Noch kurz vor dem Zusammenbruch hat ein Brand am 1. Mai 1945 auf dem Bruns`schen Hof der Feuerwehr jedoch deutlich gemacht, dass es keine Zeit für Depressionen und langem Nachdenken gibt.

Der Neuanfang nach dem Zusammenbruch des 3. Reiches

Der Schutz der Ströbecker Bewohner und des Eigentums, besonders aber der Unterkünfte und Wohnungen war jetzt erst recht eine Herausforderung auch unter den neuen politischen und Machtverhältnissen. Durch die Aufrufe des Landrates im September 1933 an die Mitglider der freiwilligen Feuerwehr Mitglied der NSDAP zu werden, kann davon ausgegangen werden, dass der überwiegende Teil der Wehr insbesondere ihre Führer Mitglied dieser Partei waren. Allerdings schloss die Verfügung des Reichsministers des Innern gleichzeitige Mitgliedschaften in Formationen der NSDAP wie SS oder SA und der Feuerwehr aus. So erklärt sich, dass im Zuge der Entnazifizierung 1945 bis 1948 keine in diesem Zusammenhang stehenden personellen Wechsel in der Führung der Wehr vor sich gingen. Die langjährigen Führer der Wehr, die zumeist schon von Anfang der 30-ziger Jahre zur Führung gehörten, stellten sich weiter in den Dienst der Feuerwehr und setzten sich engagiert für die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft ein.
Während des Krieges wurden viele wichtige und notwendige Maßnahmen zur Gewährleistung der Einsatzbereitschaft zurückgestellt. In der Haushaltsplanung der Gemeinde Ströbeck von 1946 werden als vordringlich genannt:

  1. Erneuerung des schon Anfang der 30er Jahre desolaten Gerätehauses
  2. dringende Reparatur der Motorspritze
  3. Ersatz des Schlauchmaterials
  4. Beschaffung neuer Uniformen und Einsatzbekleidung

Am Montag, den 19.05.1947 fand im Gasthof „Zum Schachspiel“ eine öffentliche Gemeindevertretersitzung statt. Auf der Tagesordnung unter Punkt 5. wurde über den Neubau des Feuerwehrgerätehauses beraten. Es sollte noch bis 1960 dauern, bis dieses wichtige Vorhaben realisiert wurde.
Am 01. Januar 1948 zählte die Wehr 60 Mitglieder – am 31. Dezember 1948 waren es 53 Kameraden. In der Jahreshauptversammlung Februar 1949 nannte der Wehrleiter die Gründe für das Ausscheiden:

  1. Ausschluss von 6 Kameraden wegen mehrmaligen unentschuldigten Fehlens bei formgerecht und fristgemäß angesetzter Übungen
  2. Wegen Veränderung des gesundheitlichen Zustandes (2)
  3. durch wenig kameradschaftliche, unüberlegte Äußerungen anlässlich einer Truppenübung (2)

Der Wehrleiter schätzte weiterhin ein, dass es 1948 keine größeren Brände gab, die Wehr lediglich 3 mal im Löscheinsatz war – zwei Balkenbrände und ein Kellerbrand.
Zur weiteren Diensttätigkeit der Wehr führte der Wehrleiter aus:

„Der Kameradschaftsabend fand Fastnacht, den 10.2.48 im Saale des Kameraden Löffler statt, war gut besucht und nahm einen recht gemütlichen Verlauf. Die Wehrleitung nahm an zwei Sitzungen in Wernigerode und an einer Angriffsübung mit anschließendem gemütlichem Beisammensein in Osterwiek teil. In der Berichtszeit führte die Wehr 7 allgemeine Übungen durch, zu deren im Durchschnitt 70% aller Mitglieder anwesend waren. Am 13.6.48 war eine Großübung angesetzt worden, an der Truppen der Wehren Sargstedt, Aspenstedt, Athenstedt, Danstedt Heudeber, Langenstein, Mahndorf, Derenburg, Böhnshausen und Ströbeck teilnahmen. Auf einer Schulvorführung sämtlicher Truppen erfolgte der schulmäßige Einsatz zur Bekämpfung eines angenommenen Großbrandes und abends fanden sich sämtliche Teilnehmer zu einem gemütlichen Beisammensein im Saale ein.“

Die Gemeindevertreter standen zu ihrer Freiwilligen Feuerwehr. Immer wieder setzten sie deren Aufgaben und technische Ausrüstung auf die Tagesordnung. Wurde bereits 1947 über den Bau eines neuen Gerätehauses beraten, so stand am 28. Januar 1949 das Thema erneut.

In den Jahren 1949, 1950 und 1951 sind in Ströbeck keine Brände überliefert. Die Wehr nahm in diesen Jahren an 15 Übungen teil. Zum Löscheinsatz waren die Kameraden in Sargstedt und Veltensmühle.
Über die Schwierigkeiten, mit denen unsere Kameraden zu jener Zeit fertig werden mussten, gibt folgender Ausschnitt aus der Gemeindevertretersitzung vom 17.05.1951 eine vage Vorstellung:

Solche Bedingungen und die fehlende Zuversicht, dass in nächster Zeit Verbesserungen eintreten werden, wirken sich natürlich auf die Einsatzbereitschaft der Wehr insgesamt, aber auch auf die persönliche Mitwirkung der Kameraden aus.

Aus dem Protokoll der Jahreshauptversammlung vom 12.01.1952:

„Am 6. Juli 51 fand in der Gemeinde Ströbeck die Abschnittsübung der Wehren Derenburg, Danstedt, Heudeber, Athenstedt, Aspenstedt, Mahndorf und Ströbeck statt. Dazu folgender Punkt: Ströbeck konnte an der Übung nicht teilnehmen, da die Gruppe auf mündliche Einladung nicht erschienen war, doch die Geräte haben trotzdem gearbeitet unter Führung von Fritz Runge mit der Athenstedter Gruppe. Die Übung begann 9.30 Uhr, Ende 11.00 Uhr. Der Übung wohnte der Brand – Ingenieur Meier bei.
Vom August bis Ende November 1951 fand keine Übung oder Versammlung in Ströbeck statt, da wegen der herrschenden Maul - und Klauenseuche und anschließender Kinderlähmung sämtliche Veranstaltungen polizeilich gesperrt waren.“

Auf dieser Jahreshauptversammlung schied Otto Römmer aus der Wehr aus und neuer Wehrleiter wurde Friedrich Gessing.

Die Wehr unter den Bedingungen der DDR

Wenn die Kameraden dennoch im Ernstfall ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis stellten, dann ist es in erster Linie ihrem persönlichen Einsatz und Engagement zu verdanken. Das Zauberwort jener Zeit war „NAW“ (Nationales Aufbauwerk). Man erwartete von den Kameraden, dass sie in ihrer Freizeit selbst die erforderlichen handwerklichen Arbeiten ausführten. Aber selbst für das Material reichte das Geld oft nicht. 17 Kameraden waren daran Beteiligt, 1954 den Feuerlöschteich zu entschlammen und leisteten 60,5 freiwillige Arbeitsstunden. Selbst fachspezifische Arbeiten wurden teilweise in Eigenleistung erledigt. 1957 hat der Abgeordnete Alfred Giesecke den Wählerauftrag erhalten, sich um die Reparatur der Sirene zu kümmern. Sie wurde dann vom VEB Starkstromanlagenbau repariert und von den Kameraden selbst montiert. 1956 war die Löschteichsanierung ein zentraler Schwerpunkt. Das gesamte Dorf hat sich an drei Tagen daran im Rahmen des NAW beteiligt und 475 unbezahlte Arbeitsstunden geleistet.
Das desolate unzureichende Gerätehaus, die überalterte Technik und Ausrüstung und das das Gefühl, dass sich so schnell nichts ändert, führte dazu, dass die Einsatzstärke der Wehr zurückging.

Die Stärke der Freiwilligen Feuerwehr betrug im April 1959 16 Mitglieder. Die Vorgaben über die Mindeststärken der Wehr wurden damit nicht erfüllt.
Zum Gerätehaus: Im Februar 1958 hatte dann endlich der Gemeinderat einen Bauplatz für das neue Gerätehaus festgelegt. Offensichtlich wurden dann die Bauarbeiten im Jahr 1958 auch begonnen. Die Umstände, unter denen die Kameraden der Ströbecker Freiwilligen Feuerwehr ihren Dienst versahen, wird in der Beschlussvorlage der Gemeindevertreter vom 06.01.1959 deutlich.

Nachdem das neue Gerätehaus 1960 in Betrieb genommen wurde, war eine sehr wichtige Etappe für die Wehr abgeschlossen. Dennoch hatte die zurückliegende Zeit die Wehr an ihre Grenzen gebracht. Es musste einen Neuanfang geben. Die Mitglieder der Wehr, die verpflichtet wurden, sollten als ordentliche Mitglieder für die Feuerwehr gewonnen werden. Die Abgeordneten sprachen sich dafür aus, dass „die örtliche freiwillige Feuerwehr so mit Material auszustatten ist, dass sie in der Lage ist, mit eigenem Material zu löschen.“ (Protokoll Gemeinderatssitzung vom 5.Mai 1960). Weitere Meinungsäußerungen der Abgeordneten auf dieser Sitzung:
„Der Kauf einer neuen TS 8 macht sich notwendig, da kein Ersatz bei Ausfall vorhanden ist.“
„…alle vorhandenen Mittel der Gemeinde für den Brandschutz wurden ausgeschöpft. … die Reparatur einer Straße ist nicht so wichtig, wie die Ausstattung der Feuerwehr. Es muß versucht werden, für die Feuerwehr weitere ältere Mitglieder zu gewinnen.“
Aus dem Rücklagenfonds 1960 von insgesamt 6.610 DM wurden für den Brandschutz ausgegeben:

5 Schläuche 1.500,00 DM
10 Schutzanzüge 400,00 DM
6 Handfeuerlöscher 240,00 DM

Aus dem Rücklagenfonds von 1961, der ca. 18.000 DM betrug, wurde verwendet für:

Anschaffung einer TS 8 3.000,00 DM
Schläuche und Geräte im Wert von 2.000,00 DM

Die Werbung geeigneter Mitglieder der Wehr zieht sich wie ein roter Faden durch all die Jahre nach dem Kriege. Sowohl die politische Gesamtsituation als auch die materiellen Bedingungen in der Wehr erleichterten die Nachwuchsgewinnung und die aktive Mitarbeit nicht. Entsprechend der Vorgaben wurde 1962/1963 eine Frauengruppe in Stärke von 7 Kameradinnen gegründet. Sie wurde überwiegend zu Kontrollen im vorbeugenden Brandschutz eingesetzt und wurde von Löschmeister Ramme angeleitet.
Seit 1964 arbeitete eine Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ unter Anleitung des Kameraden Alfred Gerlach. 15 Schüler waren in ihr organisiert. Immer wieder gab es Veränderungen in der Wehrleitung. Die Stellen neu zu besetzen war nicht einfach. 1964 verfügte die Wehr über eine einsatzfähige Löschgruppe, eine zweite war im Aufbau.
Zur Ausrüstung der Wehr gehörte ein TSA TS8, der von einem Fremdfahrzeug gezogen werden musste. Desshalb wird immer wieder die Forderung nach einem eigenen Zugfahrzeug erhoben.
Der Jahresbericht des Wehrleiters aus dem Jahre 1964 schildert beispielhaft die konkreten Probleme der Wehr, die sich aus den konkreten Bedingungen eines landwirtschaftlich geprägten Ortes ergeben.

„Die Durchführung der Dienst- und Übungsabende war schon immer ein Problem in der Freiwilligen Feuerwehr unserer Gemeinde. …. Die erforderliche regelmäßige und vollzählige Beteiligung der Feuerwehrmänner an den Schulungen und Diensten wurde nicht erreicht. … Die Ströbecker Wehr konnte nicht nach Langenstein ausrücken, weil der Fahrer und das Fahrzeug nicht namentlich festgelegt waren. … In den Sommermonaten waren alle Kameraden zur Bergung der Ernte eingesetzt. Erst in den Herbstmonaten gab es wider eine Beteiligung an den Diensten.“

Trotz der auch objektiv bestehenden, ungünstigen Bedingungen unter denen die Wehr ihre Einsatzbereitschaft sicherstellen musste, haben es die Kameraden geschafft, im Jahr 1971 die Leistungsstufe III abzulegen und wurden dafür auch prämiert.

Anfang der 70-ziger Jahre erhielt die Wehr ein Kleinlöschfahrzeug B 1000.

Der Kampf um einsatzbereite Techik und Ausrüstung ging weiter. Über 3 Monate dauerte es z.B. bis eine Reparatur an der Spritze erledigt wurde. Dennoch wurde durch das Engagement der Kameraden das notwendige Maß an Einsatzbereitschaft immer wieder organisiert. Dabei halfen auch Umstrukturierungen in der Wehrleitung. Im Juli 1976 wurde die Freiwillige Feuerwehr nach einer Übung in Mahndorf für ihre Ausrückezeit mit „sehr gut“ und der technische Zustand des Fahrzeugs mit „gut“ bewertet.
Auch auf dem Gebiet des vorbeugenden Brandschutzes erhöhte die Wehr ihre Aktivitäten. 1977 ermächtigte der Rat die Kameraden Brandmeister Alfred Uhlemann, Löschmeister Willi Bartel, Löschmeister Gerhard Hebbel, Hauptfeuerwehrmann Heinz Krause, Hauptfeuerwehrmann Richard Hesse und Oberfeuerwehrmann Helmut Ringe zur Durchführung von Kontrollen im vorbeugenden Brandschutz in Wohnstätten.
Im Dezember 1980 beschloss der Rat der Gemeinde, dass die Kameraden der Feuerwehr eine Kontrolle der Garagen im Ort hinsichtlich der Brandsicherheit durchführen sollten.
Immer wieder gab es Veränderungen in der Wehrleitung. So auch im April 1982. Vor dem Rat der Gemeinde wurde eingeschätzt, dass der Wille und die Bereitschaft der Kameraden vorhanden ist, die Wehr zu einem stabilen Faktor in der Gemeinde werden zu lassen. Die Bedingungen einer reinen Agrargemeinde seien aber schwierig. Die Sollstärke der Wehr war festgelegt:

Leitung 3
Operative Kräft 27
Diensthabendes System 9
Brandschutz Gruppe 11
Gesamt 50

Tatsächlich hatte die Wehr zu dieser Zeit 41 Mitglieder.

Im November 1985 berichtete der Wehrleiter wieder vor dem Rat der Gemeinde. Die Sollstärke der Wehr wurde erreicht, ja sogar überboten. Die Wehr zählte nun 54 Mitglieder davon 13 Kameradinnen. Alle Funktionen in der Leitung der Wehr waren besetzt. An der Betreuung der Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“, mit 14 Kindern, beteiligten sich 4 Kameraden. Sie arbeiteten auf der Basis einer Vereinbarung zwischen der Feuerwehr und der Schule. 3 Kameraden besuchten das Ausbildungskommando in Magdeburg, 4 Kameraden befinden sich in einem 2-jährigen organisierten Selbststudium für Offiziere der Feuerwehr und 2 Kameradinnen absolvierten einen Gruppenführerlehrgang.
Weitere Aktivitäten der Wehr richteten sich auf folgende Schwerpunkte:

  • Aufbau eines Diensthabendensystems unter Einbeziehung der LPG
  • Abschluss von Vereinbarungen über den Vorspanndienst bei Ausfall des Kleinlöschfahrzeuges
  • Neuaufbau des Feuermeldestellensystems
  • Erarbeitung einheitlicher Führungs- und Leitungsdokumente nach dem Beispiel Deersheim
  • Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit durch Gestaltung eines Schaukastens
  • Durchführung von Brandschutzkontrollen in Betrieben und Wohnstätten

In Vorbereitung der Ernte haben die Kameraden 556 Brandschutzkontrollen in der Landwirtschaft durchgeführt. Darüberhinaus wurden 162 Wohnstätten kontrolliert.
Im Feuerwehrsport im Gemeindeverband nahmen je eine Frauen- und Männermannschaft teil. Die Frauen erreichten einen 2. und die Männer einen 4. Platz.
Bei der Herbstinspektion der Feuerwehr errangen die Kameraden 39 von 42 maximal zu erreichenden Punkten.
Das vorhandene Gerätehaus war zu klein geworden. Wieder in Eigenleistung gingen die Kameraden daran, zu erweitern. Sie verpflichteten sich im Jahr 1986 den Rohbau des neuen Gerätehauses fertig zu stellen. Im Jahr 1985 wurden 1684 Arbeitsstunden in der Freizeit geleistet und ein Wert von ca. 50 TM geschaffen.

Die Wende - neue Hoffnungen

Die durch unser Volk herbeigeführten Umgestaltungen auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens weckten bei unseren Kameraden die Hoffnung, dass auch die Bedingungen für die Arbeit der Feuerwehr sich verbesserten und den westlichen Standards angeglichen werden. In dieser Zeit (Januar 1990) wurden Forderungen erhoben, wie z.B.:

  • die Limitierung des Kraftstoffs ist sofort aufzuheben
  • die finanziellen Mittel für die Werterhaltung sind grundsätzlich zu erhöhen
  • die Steuern ortsansässiger Betriebe und Genossenschaften sollten in der Kommune verbleiben und anteilmäßig für die Feuerwehr eingesetzt werden
  • materielle Anerkennung der Leistungen der Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr insbesondere bei der Berechnung der Renten in Abhängigkeit der Zugehörigkeit.

Vorgaben zur Stärke der Wehr sollen nur noch von der Gemeinde festgelegt werden. Die Feuerwehren sollen den jeweiligen örtlichen Räten unterstellt werden. Die Unterhaltung der Feuerwehr soll jede Gemeinde selber regeln. Schaffung von hauptamtlichen Stellen in größeren freiwilligen Feuerwehren. Eine Probezeit für alle neuaufgenommenen Angehörigen sollte eingeführt werden.
Es solle eine gesetzliche Pflicht der im Territorium ansässigen Betriebe, Genossenschaften und Einrichtungen zur Unterstützung des örtlichen Brandschutzes und der Feuerwehr geben.
Für die im Diensthabendensystem tätigen Angehörigen solle es eine generelle Regelung für Entschädigungen geben. Keine Arbeitsgemeinschaften „Junge Brandschutzhelfer“ statt dessen Aufbau von Jugendfeuerwehren. Zentrale Regelung der gestaffelten Zulage zur Rente in Abhängigkeit des Dienstalters und Leistungsbereitschaft. Vollmotorisierung der Feuerwehren und damit Abschaffung der Vorspanndienste. Ausreichende Bereitstellung von Wohnraum im Bereich der Ausrückezeit von 5 Minuten.
Der bisherige Wettbewerb der Feuerwehren untereinander wird eingestellt. Den Räten wird empfohlen, den Wehrleitern die Teilnahme an den Sitzungen des Rates zu ermöglichen.
Mit diesen neuen Bedingungen umzugehen war nicht leicht. Vielen ging es zu langsam voran, manches musste erkämpft werden. Ein neues Gerätehaus konnte erst im Dezember 2014 eingeweiht werden. Die älteren Kameraden schieden aus dem aktiven Dienst aus und neue teilweise unerfahrene Kräfte nahmen ihre Stelle ein, auch in der Wehrführung. Wenn bisher die Einsatzbereitschaft besonders am Tage durch die spezifischen Bedingungen der Landwirtschaft geprägt waren, so bestimmte jetzt die Suche nach Arbeit die Verfügbarkeit unserer Kameraden. Die Freizeit vieler Kameraden war nun auf diese Weise wiederum eingeschränkt.

Die freiwillige Feuerwehr Ströbeck befand sich über mehrere Jahre in einer Reflektions- und Findungsphase. In der Volksstimme vom 01. März 2005 konnte man über die Jahreshauptversammlung der freiwilligen Feuerwehr lesen:

„Die Ströbecker Feuerwehr erlebt einen Umbruch. Sechs, sieben Jahre gab es keine Jahreshauptversammlung mehr, … Die Einsatzbereitschaft jedoch stimmte. Für die neue Leitung war es am Sonnabend die erste große Versammlung.“

Die Feuerwehr Ströbeck bildet zusammen mit Langenstein eine Stützpunktfeuerwehr. 23 aktive Mitglieder gehören ihr an. Damit wurde die damalige Sollstärke erfüllt.
Noch im gleichen Jahr konnte die Wehr einen weiteren Höhepunkt ihrer Feuerwehrgeschichte erleben. In Vorbereitung der Fahnenweihe übergab der Bürgermeister am Mittwoch, den 25. August 2005 neue Uniformen und Einsatzbekleidung an die Einsatzkräfte. Die Fahnenweihe fand am 10. September 2005 auf dem Schachplatz statt. Ein Umzug mit der geweihten Fahne durch den Ort und anschließender Livemusik des Harslebener Spielmannszug auf dem Schachplatz gab der Fahnenweihe den würdigen Rahmen.

Das alte Gerätehaus am Teichdamm

Heute hat sich die Freiwillige Feuerwehr stabilisiert. Eine engagierte Wehrleitung unter Wehrleiter Christian Behrens führt die Geschicke der Freiwiligen Feuerwehr des Schachdorfes Ströbeck.
Immer dringender wurde nun ein neues Gerätehaus. Im Dezember 2014 konnte man dann sagen, was lange währt wird gut.
Neben der personellen Festigung der Wehr zählt der Umzug in ein neues modernes Gerätehaus zu den herausragenden Ergebnissen der Neuzeit. Damit es aber in Zeiten klammer Kassen möglich wurde, setzten unsere Kameraden über 800 Stunden ihrer Freizeit ein, um das alte Fachwerkhaus, auf dessen Fläche heute das neue Gerätehaus steht, abzureißen.
Das alte Gerätehaus am Teichdamm ist zu klein geworden und hat ausgedient.

Am 17.12.2014 fand die feierliche Schlüsselübergabe durch den Ortsbürgermeister Müller an den Wehrleiter Christian Behrens statt.
Das neue Gerätehaus in der Unteren Dorfstraße

Die Wehrleiter und ihre Stellvertreter von 1894 bis Heute

Wehrleiter    Stellvertreter
von bis Name von bis Name
  1894     1909   Otto Lehmann   1894     1903   Richard Bruns
      1903 1909 Wilhelm Bruns
      1909 1920 Wilhelm Söllig
      1920 1927 Karl Hesse
1909 1930   Oskar Voigtländer   1927 1930 Wallentin Söllig
1930   Wallentin Söllig 1930   Wilhelm Körber
1934   Wallentin Söllig 1934   Wilhelm Körber
1941 1943 Otto Eicke 1941 1943 Otto Römmer
1944   Hermann Zabel      
1947   Otto Römmer     Walter Söchting
1949   Otto Römmer 1949   Friedrich Ringe
1950         Friedrich Ringe
1951 1952 Otto Römmer      
1952   Friedrich Gessing      
1960   Jung      
1963   Gawantka      
1964 1965 Gawantka 1964     Alfred Uhlemann  
1967   Alfred Uhlemann      
1975   Willi Bartel      
1977   Alfred Uhlemann      
1982 1999 Gerhard Hebbel   1999 Ulf Ringe
1999 2003 Ulf Ringe 1999 2003 Christian Behrens
2003   Christian Behrens 2003 2008 Ralf Müller
      2007 2011 Andre Martens
      2011   Marko Brand