Zeitdokument aufgefunden

Zufällig bei Dacharbeiten entdeckte Herr Gueffroy aus Halberstadt auf seinem Hausboden dieses alte Foto aus dem Jahre 1884. Es zeigt die Demolierabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Halberstadt im zehnten Jahr ihres Bestehens.
Dankbar für dieses Fotodokument ist besonders Stadtwehrleiter Harald Böer, der sich schon lange mit der Historie der Feuerwehr Halberstadt beschäftigt.
Nach seinen Worten stellt dieses Foto eine Rarität dar, weil leider beim Bombenangriff auf unsere Stadt, am 08. April 1945, das Archiv der Feuerwehr im damaligen Depot in der Krebsschere vollständig vernichtet wurde. Die abgebildete Demolierabteilung hatte zur damaligen Zeit die Aufgabe, bei einem Brand Bauwerksteile einzureißen, um ein Übergreifen des Feuers auf angrenzende Gebäude zu verhindern.

Diese Abteilung bestand aus einem Führer und mindestens 10 Mann. Führer war der Maurermeister Schöning. Dies war um so praktischer, weil er sicher oftmals auch mit dem Wiederaufbau der abgebrochenen Gebäude beauftragt wurde.
Weitere Abteilungen in der Freiwilligen Feuerwehr waren:

  • Die Spritzen-Abteilung: bestehend aus den Spritzen Nr. I, II und III, je ein Führer, je ein Stellvertreter, je ein Rohrführer und je 24 Bedienungsmannschaften.
  • Die Wasser-Transportabteilung: bestehend aus 6 zweirädrigen Wagen, ein Führer, ein Stellvertreter und 48 Bedienungsmannschaften.
  • Die Steiger- und Rettungsabteilung: bestehend aus einem Führer, ein Stellvertreter und 25 Steiger.
  • Die Wach- und Absperrungs-Abteilung: bestehend aus einem Führer, ein Stellvertreter und 30 Mannschaften.

Die Freiwillige Feuerwehr Halberstadt musste zur damaligen Zeit also mindestens eine Personalstärke an aktiven Einsatzkräften von 200 Mann haben.
Mit dem Gesetz über das Feuerlöschwesen im Lande Preußen in Kraft ab dem 01.01.1934 werden die bis dahin gültigen Bezeichnungen der einzelnen Abteilungen aufgehoben. Es wird der auf allen Positionen einsetzbare Einheitsfeuerwehrmann geschaffen. Diese Bezeichnung hat noch bis in unsere heutige Zeit ihre Gültigkeit behalten.

Wer oder was ist der Einheitsfeuerwehrmann überhaupt?

Er ist ein Mensch meistens männlichen Geschlechts, der zum Zwecke der Ausübung seines Berufes drei Berufe benötigt:

  • Erstens muß er neben etlichen anderen Voraussetzungen einen einschlägigen Beruf vorweisen, bevor er überhaupt Chancen hat, bei der Feuerwehr eingestellt zu werden.
  • Zweitens den Beruf des eigentlichen Feuerwehrmannes.
  • Drittens ist er Kraftfahrer von Einsatzfahrzeugen. Maschinist für Pumpen, Drehleitern, Maschinengeräte, Aggregate u.s.w..

Weitere Qualifikationen bei Berufsfeuerwehrmännern sind u.a., Rettungssanitäter, Leitstellendisponent. Er muss in der Lage sein, mit komplizierten Messverfahren, Schadstoffkonzentrationen zu ermitteln und auszuwerten.
So, das ist er nun, der Einheitsfeuerwehrmann:
Er hat mindestens drei Berufe, mehrere Spezialausbildungen, wird unter erschwerten und gefährlichen Bedingungen tätig. 

2 Bilder aus den 70er Jahren

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Bild oben: Wehrleitung um 1970: Ernst Rücker, Wolfgang Gabriel, Otto Ritzau, Kurt Resech, Horst Wildermann (v.l.n.r.)

Bild unten: Technik 1972. LF 16 auf S 4000 (links) und LF 8 auf Garant (rechts). Foto: Feuerwehr Halberstadt

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Alle Ortswehrleiter seit 1874

von bis    
1874 1908 Brandinspektor Friedrich  
1908 1933 Brandinspektor Bagemihl  
1933 1939 Diplomingenieur Isnenghi (war gleichzeitig Leiter der Berufsfeuerwehr)
1940 1945 Brandingenieur Arthur Schönwald (war gleichzeitig Leiter der Berufsfeuerwehr)
1945 1949 Otto Ramme  
1949 1955 Franz Senf  
1956 1987 Kurt Resech  
1987 1988 Ronald Kuhne  
1988 1995 Fredo Möcker  
1995 1999 Peter Wölke  
1999 2001 Uwe Fischer  
2002 2016 Thomas Dittmer  
seit 2016   Martin Schulz